6-Punkte-Programm in Stichworten:
I. Biografiearbeit
Was sind meine Geschichten? Was hat mich geprägt? Welche Erfahrungen haben in meinem Leben besondere Bedeutung? Gibt es einen roten Faden in meiner Lebensgeschichte? Was hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin?
II. Sinn- Werte- und Lebenshaltungsfragen
Welche Lebenshaltungen, Ziele, Vorstellungen, inneren Werte, welche alltäglichen Rituale, Gewohnheiten ergeben sich für mich daraus? Wem oder was fühle ich mich verpflichtet? Wie stehe ich zu mir und zu den anderen?
III. Lebensphase Jugend
Lebenspraktische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der eigenen Lebensphase. Was sind die Aufgaben, die Freiheiten, die Pflichten, die es anzunehmen gilt? Stichworte sind hier:
a) Aussehen
Erleben der eigenen Physischen Attraktivität und der sexuellen Anziehungskraft, Sportlichkeit, Kleidung, hineinfinden in die eigene Geschlechtsrolle und entwickeln von Partnerfähigkeit,
b) Schule, Ausbildung, Arbeit und Beruf
In die eigene Berufsrolle hineinwachsen und schrittweise Verantwortung übernehmen lernen für den eigenen Lebensunterhalt
c) Erwerb von Schlüsselqualifikationen
Erwerb von intellektueller und sozialer Kompetenz, von Reflexionsvermögen, Erleben eigener Wirksamkeit, fördern der Selbstgestaltungskräfte, lebenslanges Lernen, in Beziehungen aushandeln lernen, Verantwortung in Beziehungen übernehmen, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit entwickeln
d) Fähigkeit zur Nutzung des Warenmarktes
Entwickeln der Fähigkeit zur Nutzung des Warenmarktes, die eigene Konsumentenrolle reflektieren und aktiv gestalten, Kulturangebote sinnvoll aussuchen und für sich nutzen, Fähigkeit die eigene Freizeit sinnvoll zu nutzen und zu gestalten. Freizeit auch als Aspekt des Berufslebens verstehen (sich für die Arbeit wiederherstellen, sich weiterbilden und die Fähigkeiten zur Bewältigung der Arbeitsanforderungen erweitern)
e) Politische Bürgerrolle
Entwickeln eines bewusst ausgewählten Norm- und Wertesystems, seine Kräfte dafür einbringen, Verantwortung in der Gesellschaft, für die Gemeinschaft, in ausgewählten Teilbereichen übernehmen lernen
IV. Lebens- und Zukunftsperspektiven
Das Arbeiten an der Vorstellung einer hinreichend guten Zukunft als lebenslangen Prozess verstehen lernen, was will ich in meinem Leben erreichen, wofür lohnt es sich zu leben? Was kann ich zur Erreichung meiner Ziele tun? Wie erkenne ich, wenn ich zerstörerisch und selbstschädigend mit mir umgehe? Was kann ich in solchen Situationen für mich tun?
V. Sucht und Abhängigkeit
Suchtverhalten als eine zerstörerische Form des Umgangs mit sich selbst
a) Prinzipelle Fragen zur Suchtentwicklung klären, Erscheinungsformen und Entwicklung darstellen (Alkohol, illegale Drogen, Medikamente, Magersucht, Spielsucht usw.)
b) Ursachen von Drogenkonsum speziell bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen herausarbeiten
c) Reflexion eigener Erfahrungen mit Suchtmitteln und Abhängigkeit
d) Eigene Formen der Kompensation überprüfen
VI. Auszubildende im Betrieb
Befriedigende und belastende Faktoren am Arbeitsplatz beleuchten
a) Beziehungs- und Kommunikationskultur im Betrieb, Arbeitsbeziehungen zu Vorgesetzten und künftigen Kollegen, Umgang unter den Auszubildenden
b) Anforderungen, Aufgaben, Pflichten, Umgang mit Überforderungen, mit eigenen Schwächen oder Misserfolgen. Was wäre in Situationen, die die Überschreitung eigener Grenzen herausfordern, hilfreiche Unterstützung? Wie können Schutzstrategien der Verweigerung und Ablehnung wieder in positive Arbeitsenergie umgewandelt werden?
c) Entwickeln potentieller Hilfsstrukturen im Betrieb. Wo gibt es Menschen (Ausbilder, Ausbildungsleiter, Jugendvertreter, Mitarbeitervertreter), denen ich vertraue, denen ich mich eventuell auch anvertrauen könnte? Wie müsste sich der Umgang mit meinen Probleme gestalten, damit ich mich trauen würde, darüber zu sprechen? Wie könnte ich selbst im Vorfeld auf den Umgang mit den Dingen, die ich zu sagen habe, Einfluss nehmen?
d) Verantwortung für sich und andere Jugendliche machen vieles unter sich aus und halten die Erwachsenen außen vor. Das ist auch richtig so, weil es ermöglicht, untereinander Versuche mit Verantwortung für sich und die anderen zu erproben. Wann kann es nötig sein, etwas öffentlich zu machen? Was ist der Unterschied zwischen petzen und helfen?