Kinderalltag erleben - Kinderalltag gestalten
XIV. Wie mobil kann Familie sein?
Erlebnis- und Vortragsabend für Eltern von Kindern
Der Ruf nach mehr Mobilität erschallt vielfach und fast überall. Wir Menschen sollen entbunden werden aus der ‚Enge’ kanalisierter Arbeitsstrukturen in eine Welt voller Mobilität, Flexibilität und Effektivität.
Das klingt nach einer großen Mobilmachung und macht zunächst einmal auch Angst.
Welche Mobilität ist dabei eigentlich gemeint: geografische, wechselnde Aufgabenfelder, soziale Aufstiegs- oder für die meisten Abstiegsbereitschaft? Oder geht dies alles Hand in Hand?
Eine Reihe von Fragen tun sich auf: Wofür beweglich sein, zu welchem Zweck? Sollen Menschen als Arbeitskraft so beweglich sein, wie der größte Teil des Geldverkehrs in der Welt, ohne Verpflichtung auf Heimat, Bindung, soziale Gemeinschaft? Die Mobilsten überhaupt, die Wirtschaftsflüchtlinge aus der dritten Welt, sind gerade bei vielen nicht beliebt, ihre Form von Mobilität lohnt sich häufig nicht.
Für den Einzelnen und die Gesellschaft tun sich Probleme auf. Wie bindungslos kann ein Mensch existieren, der heute in Hamburg, Morgen in München jobbt? Wie viel Mobilität verkraftet eine Familie? Für was fühlt sich der mobile Homo oeconomicus noch verantwortlich, außer für den eigenen Nutzen?
Aber: Mobilität und Flexibilität können auch Unabhängigkeit schaffen. Welche Chancen haben wir, soziale Bindungen und elterliche Verantwortung unter den Systemanforderungen der Industriegesellschaft zu wahren?