Gemeinwohl
Unsere Annahme lautet: Es ist eine neue Verbindung von Ethik und Wirtschaft, Ethik und ökonomischem Erfolg möglich.
Was wir in der Wirtschaft beobachten: In ausgewählten Bereichen und bei einsichtigen Unternehmen, Aktionären und Managern setzt sich die Idee der Selbstverantwortung, der ethischen Selbstbindung, neu durch. Die genannten Defizite werden wahrgenommen und als Ethikversagen gedeutet. Die Folgerung ist klar: Wenn die Ethik nicht mehr staatlich, nicht mehr von außen, aber auch nicht mehr von der Kirche durchgesetzt wird, dann müssen die aufgeklärten Unternehmen diese Ethik in freier Verantwortung und Selbstbindung selber durchsetzen. Es gibt also so etwas wie eine unternehmensinterne ethisch orientierte Gegenbewegung gegen die Schäden der ungehinderten Marktwirtschaft in der globalisierten Welt.
Es wird immer öfter Transparenz und Überprüfbarkeit des eigenen unternehmerischen Handelns erwartet, das zudem ethische, ökologische und soziale Ansprüche berücksichtigen soll. Das Instrument der ökologischen oder ethischen Geldanlage funktioniert ebenso: Hier bietet man den Anlegerinnen und Anlegern die Chance, in ethisch geprüfte Werte anzulegen.
Es ist notwendig, in der Unternehmensführung ethische Werte zu berücksichtigen, Eine solche Strategie sich auch ökonomisch, d.h. marktlogisch, zu verhalten, lohnt sich.
Immer mehr Unternehmer und Manager, aber Mitarbeiter insgesamt, suchen nach innovativ-kreativen Lösungen, welche sich mit Menschlichkeit, mit sozialer Gerechtigkeit, mit Sinnstiftung, mit Erhaltung von Lebensgrundlagen vertragen.
Die neue Bedeutung der Sinnstiftung: Bei vielen Menschen wächst die Einsicht, dass die wirtschaftlichen Leistungen auf Dauer nur dann ökonomisch Sinn machen, wenn sie für die Menschen Sinn machen.
Das Anwachsen eines Unbehagens über neue Risiken. Ökologische, soziale, terroristische Risiken werden wahrgenommen und in einen Zusammenhang mit der ungebundenen Globalisierung gesehen.
Das Anwachsen eines neuen Protestpotenzials. Die Globalisierung schafft sich Gegner, die politisch mehr und mehr als Faktor wahrgenommen werden.
Das von uns so genannte neue Paradigma der Selbstbindung, der Selbstverantwortung der Unternehmensführung ist eine Antwort auf die Wahrnehmung solcher gesellschaftlicher Veränderungen.