Wie kann ein begleiteter Weg zur Heilung im Angesicht des Todes aussehen?
Heilung hat im ursprünglichen Sinn die Bedeutung von (wieder) “ganz sein”, d.h. im Einklang mit sich und dem Leben sein. Heilung muss nicht immer zur medizinischen Genesung führen. Sie kann auch entstehen im Annehmen von Krankheit oder Tod. Heil wird, wer in Liebe zu sich stehen kann, wenn es um den letzten Schritt geht, wer ihn annimmt und das Unvermeidliche zu lassen kann.
Leid entsteht oftmals auch durch Ablehnung, durch Erwartungen und (Ver-)Urteilen.
Wir können dann vor lauter Wolken, das Strahlen, das hinter allem liegt nicht mehr sehen.
Die Heilung beginnt im Annehmen von dem, was gerade da ist.
Annehmen bedeutet nicht, Gefühle von Verletzt sein, Wut, Angst, etc. zu unterdrücken oder etwas unter den Teppich zu kehren. Die Essenz des Annehmens ist es, nicht gegen das zu kämpfen, was sowieso schon gerade da ist. Wenn du etwas Unumkehrbares unter den Teppich kehrst, verschwindet es deshalb noch lange nicht. Ja, im Gegenteil, es meldet sich mit umso lauterer Stimme zurück.
Wenn es um unser Aussehen, unsere Gesundheit, unsere persönliche Entwicklung, um unsere Beziehungen geht, halten wir oft an Wunschvorstellungen fest, anstatt das gegebene anzunehmen. Wie wir aber zu innerst alle wissen, führt dies zu unnötigen Komplikationen.