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Seminare für Paare 10
Jedem Beziehungsanfang wohnt ein Zauber inne,….
Über das Verliebt sein in den/die andere/n werden wir über unsere
eigenen Grenzen hinaus getragen. Wir lassen ein Stück Sehnsucht
Wirklichkeit werden, Neues wächst uns zu.
Durch den verliebten Blick der/des anderen werden aus uns Seiten herausgeliebt, die uns erstrahlen lassen.
Das macht im Innern ein prickelndes Gefühl von erfrischender Lebendigkeit, mit anderen Worten: wir sind glücklich.
Für Momente glauben wir uns sogar durch den/die andere/n von Unzulänglichkeiten, Verletzungen und Defiziten befreit.
Allerdings fließen in unsere Partnerwahl unbewusste Hoffnungen und
Wünsche ein, die aus unserer Biografie und unserem „So-Sein“ herrühren.
Unsere Liebesgeschichte hat ihren Anfang viel weiter zurück. Sie
beginnt schon vor unseren Großeltern und hört bei den Enkeln nicht auf.
Wir wachsen zwischen den Polen von Symbiose und Ablösung, Verschmelzung
und Einsamkeit heran und werden im Spiegel des Partners/ der Partnerin
mit diesen Erfahrungen konfrontiert.
Einbrüche sind die Folge, Begrenzung der Liebesfähigkeit, Stärken, Verletzungen, Schwächen werden deutlich.
Das große Versprechen, das sich im Verleibt sein ausdrückte, kann nicht eingelöst werden.
Was anfangs im Verliebt sein am anderen so anziehend war. Führt zu ersten, Not-wendigen, Enttäuschungen und Konflikten.
Überhöhte Erwartungen an sich selbst und die Partnerschaft verursachen leidvolle „ Zusammenstöße“.
Es gilt, den Mut zu finden, die Enttäuschungen, Konflikte offen
auszutragen, die gegenseitig erlebte Begrenzung herauszuarbeiten und –
soweit im eigenen Dasein möglich – bejahen zu lernen. Dann haben wir
eine echte Chance über diese Phase hinaus als Paar einen Weg zu finden
und über uns hinauszuwachsen.
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