Vom Gesichtspunkt der handelnden Person betrachtet sind Werte subjektive Vorlieben. Positive Werte sind bestimmte Qualitäten (z. B. Liebe), die wir gerne verwirklicht sehen wollen. Negative Werte (z. B. Hass) sind Qualitäten, deren Verwirklichung es zu vermeiden gilt. Im soziokulturellen Entwicklungsprozess einer Gesellschaft werden unter Werten sich herausbildende, von der Mehrheit der Gesellschaftsmitglieder akzeptierte und internalisierte Vorstellungen über das Wünschenswerte verstanden.
Werte sind allgemeine und grundlegende Orientierungsmaßstäbe bei Handlungsalternativen und geben den Menschen Verhaltenssicherheit. Aus ihnen leiten sich Normen und Rollen ab, die das Alltagshandeln bestimmen. Die Gesamtheit der gesellschaftlichen Werte bildet das für die Integration und Stabilität einer Gesellschaft bedeutsame Wertesystem, das in modernen Gesellschaften durch Ausprägung von Subkulturen und schicht- bzw. klassenspezifischen Wertemustern stark differenziert ist. Grundwerte stehen an der Spitze der gesellschaftlichen Wertehierarchie, instrumentelle Werte sind untergeordnet und dienen der Verwirklichung von Werten mit höherem Geltungsanspruch.