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Kinderalltag erleben - Kinderalltag gestalten
XIII. Wertebildung und Sinnstiftung im Erziehungsalltag
Was können Eltern oder Erziehungsverantwortliche tun, damit Kinder einen Sinn/ ein Gespür für rechte Werte entwickeln? Wie kann eine wertorientierte Erziehung Kinder befähigen, in einem Prozess lebenslangen Lernens Selbstachtung, Toleranz und soziale Verantwortung zu entwickeln? Wie können wir positive emotionale und soziale Fähigkeiten wie auch konstruktive Konfliktlösung und Toleranz fördern? Wie entsteht innere Verpflichtung, innere Verbindlichkeit gegenüber bestimmten als richtig erkannten Werten?
Werte sind Leitlinien, die dem Menschen Orientierung geben, die Handlungsziele vorgeben und für die Sinnbildung bedeutsam sind. Werte haben eine Führungsrolle im menschlichen Tun und Lassen inne, wo immer Menschen etwas wünschen oder "wichtig" finden, als Personen Stellung nehmen und Urteile aussprechen. Werte müssen den Trägern keineswegs immer voll bewusst sein. Sie können in soziale Gewohnheiten, "Normen" und kulturelle "Selbstverständlichkeiten" eingelagert sein.
Werte verbergen sich hinter unseren "Idealen" und in Entwürfen unserer individuellen, aber auch unserer gesellschaftlichen Ethik. Werte sind in komplexer Weise auf "Bedürfnisse" hin orientiert, wenn auch eine nähere Zuordnung zwischen ihnen ziemlich schwierig ist.
Was ist richtig, was darf man, was darf man nicht tun? Wofür soll man sich Mühe geben? Wozu soll man Kinder erziehen? Was ist der Sinn des Lebens? Und gibt es etwas, wofür es sich lohnt, sein Leben einzusetzen?
Viele Lebensorientierungen sind uns als Antwort auf solche Fragen vertraut: Erfüllung in der Arbeit, Zufriedenheit durch Dienst für andere, Freude an vollbrachten Leistungen, Streben nach Selbständigkeit, Selbstverwirklichung. Orientierungshilfen können auch begrenzen: z. B.: Straßenschilder, Straßenbahnleitungen
Echtheit, Glaubwürdigkeit, Gemeinschaft, Freundschaft, Sicherheit, Angstfreiheit im Alltag, Nähe zur Natur, Verlässlichkeit, Formen von Verzicht, Formen von neuer Spiritualität, neue bewusste Langsamkeit, oder auch Kritikfähigkeit, Solidarität, Toleranz, Autonomie, Fähigkeit zum Diskurs, Akzeptanz anderer Wertmaßstäbe und Lebensstile und vieles mehr.
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Das Kind auf der Suche nach Identität, vom Kind zum Erwachsenen, bewegt sich im Spannungsfeld von Wahrhaftigkeit und Lüge, Glücksvorstellungen und Glücksversprechen, Sucht und Rausch, Freundschaft, Liebe und Sexualität, Ehe und Familie, Arbeit, Freizeit, Muße, Leben in einer humanistisch geprägten, Kultur, Schuld und Strafe, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen, begrenzte Ressourcen auf der Erde, Mensch und Natur, Rollenverständnis der Geschlechter, Tod und Sterben, Gewissen und Gewissensbildung, Vorurteile und Diskriminierung, Konflikte, Gewalt, Aggression, Recht und Gerechtigkeit, Wahrheit und Wirklichkeit, (religiöse) Verankerung, kulturelle Prägungen im Zusammenleben, eine Moral oder viele Morales, die Menschenwürde - Begründungen und, Gefährdungen, der einzelne und der Staat, Krieg und Frieden, Herausforderungen der Transplantationsmedizin, Chancen und Risiken von Großtechniken, Gentechnik usw.
Dabei weiß das Kind von alledem nur wenig und trotzdem sucht es tagtäglich kindgerechte Antworten zu all diesen Spannungspolen.
Auf welche Weise müssen wir da- sein damit es sich für das Kind als hilfreich entpuppt?
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