Psychotherapie - Arbeitshaltung und Arbeitsweise

Gedanken, die meine Arbeit und mein Selbstverständnis bei der Arbeit in meiner Praxis für Psychotherapie in Schwäbisch Hall erhellen helfen:

Ich begreife mich jeden Tag neu als neugierig Forschender, verbunden mit den Menschen, die mir begegnen, - in Wertschätzung, Achtung, Liebe und Respekt.

Selbstaktualisierungstendenz des Menschen als Anknüpfungspunkt in der psychotherapeutischen Begleitung

Jeder Mensch ist mit einer Art innerem, nicht fassbarem „Organ“,- einer Art innerer Kompass - ausgestattet, das auf der Grundlage weitergegebener Aufgaben aus den Vorgenerationen, gesammelter Erfahrung und eigenen Gewordenseins intuitiv immer wieder neu, mehr vorausahnend denn wissend, Schritte in eine noch nicht gelebte Zukunft hinein vorbereitet und uns auffordert, diese Schritte dann auch zu tun.

Wir können gewonnenes Leben nicht in seiner Form festhalten und wir können vorausgedachtes Leben nicht vorherbestimmen. Leben gestaltet sich nach Gesetzmäßigkeiten, die sich unserem linearen Denken entziehen. Leben führt uns in Situationen, die wir als Zumutung erleben und die uns auch das Gefühl von Überforderung erfahren lassen. Leben überrascht uns mit unvorhergesehenen Geschenken, lässt uns Augenblicke des Glücks zufließen und uns nach langem Bemühen plötzlich unerwartet eine Tür aufgehen, von der wir nicht geglaubt haben, dass sie noch aufgeht in diesem Leben.

Wir Menschen sind zuallererst geistige Wesen, die als solche auch ein eigenes Ziel verfolgen, das uns nicht immer schon bei Beginn der Reise bekannt und klar ist:

Immer mehr der Mensch zu werden, als der wir von „Gott“ gedacht sind, das ist unsere Aufgabe.

Dazu gehört es auch, mitunter in Krisen zu geraten, eigene Unzulänglichkeit und Ausweglosigkeit zu erfahren, sich wirkmächtig von Strukturen, Denk- und Verhaltensmuster der Eltern oder anderer Vorfahren gefangen genommen zu fühlen und durch aktuelle Situationen akut sein Leben bedroht zu fühlen.

Da uns dabei unsere Vorstellungen, unsere alltäglichen Ziele, unser Stolz, unsere Ängste, unsere Denk- und Handlungsmuster und vieles andere mehr immer wieder mal im Weg stehen, brauchen wir hin und wieder Hilfe von Dritten, die uns helfen, in die Richtung ins Fließen zu kommen, in die es gefühlt gehen soll. Wir können uns gegenseitig auf diesem Weg unterstützen, uns spiegeln, uns Richtungen weisen, Einladungen aussprechen, uns voneinander abgrenzen und dadurch Richtung finden oder uns Vorbild sein und uns den Anderen vor die Seele stellen. Wir können auf diese Weise Rückenwind füreinander sein und uns ermuntern, dass wir nicht damit aufhören, die Gestalt werden zu wollen, als die wir gedacht sind.

Verstehen wir Psychotherapie als Begleitung auf diesem Weg, sind die Menschen, die eine solche Begleitung in Anspruch nehmen, keine kranken Menschen, sondern Menschen, die in voller Eigenverantwortung Unterstützung annehmen, um ihre Lebenskraft wieder in einen guten Fluss zu bringen, der in eine ihnen gemäße Richtung führt. In diesem Sinne freue ich mich auf Sie!

Herzlichst

Ihr Joachim Armbrust